Zurück zur Startseite

Maifest 2010

Schöneberger Mai

Die LINKE war dabei

Am Samstag und Sonntag (29. und 30. Mai) fand auf der Parkwiese neben dem Schöneberger Rathaus das Schöneberger Maifest statt. Wir waren dabei! Mit einem Stand und vielen einsatzfreudigen Genossinnen und Genossen. Der Einsatz wurde belohnt durch eine wieder recht deutliche Akzeptanz uns und unseren verteilten Materialien gegenüber. Auch befreundete Organisationen waren dort. Die trugen auch zu einer Veranstaltung bei.

Auch im Rathaus waren wir präsent

 Am Samstag um 16:00 Uhr führten wir im „Casino“ (trotz sinnfälligem Namen ohne Spieltische) eine Veranstaltung durch mit dem Titel:

„Positionen europäischer Linksparteien zur Finanzkrise und zu den aktuellen Auseinandersetzungen in Griechenland“

 

Es trugen vor und diskutierten mit dem Publikum: Fabio Biasio (PRC, Partei der kommunistischen Neugründung Italiens), Luciano Caetano da Rosa (PKP, Portugiesische Kommunistische Partei), Costas Balanos (Synaspimos, Griechische Linkspartei) und Jochen Scholz (DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg), es moderierte Heidi Kloor (ebenfalls DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg).

Deutlich wurde in dieser Veranstaltung eines: das Problem sind nicht „über ihre Verhältnisse lebende und alles verjuxende“ griechische Normalbürger (oder ihre portugiesischen oder italienischen Pendants), sondern diejenigen, von denen sie profitabel ausgeplündert werden, diese ruinieren im Verein mit den Spekulanten gegen den Euro die jeweiligen Volkswirtschaften. Die werden nun unter der Mithilfe des IWF zu Tode gespart. Und so sehr bedauerlich der Tot von Unschuldigen ist (dies betonte besonders der griechische Genosse), so verständlich ist die Wut der Menschen in Griechenland, die in großer Zahl unter niedrigen Löhnen und Renten zu leiden haben.

Was aus dieser Situation in großen Teilen Europas entstehen wird, ist allerdings sehr offen. Auch „bürgerlich denkende“ Menschen werden sicher nicht an der Notwendigkeit vorbeikommen, dass der Euro-Raum sich gegen die Attacken angloamerikanischen Finanzkapitals wehren muss. Das bedeutet nicht, die eigenen Kapitalisten in ihren Machenschaften zu übersehen. Mit quasi-rassistischer Hetze – wie sie der mediale Mainstream gegen die speziellen Opfer vom Zaune bricht, gehen wir so um, wie es sich gehört: wir weisen sie als „Sündenbock-Ideologie“ zurück!

Maifest 2009

Der Wonnemonat sah nicht nur die Natur sich entfalten, sondern auch die öffentlichen Aktivitäten unserer Bezirks-Organisation. Schon auf dem Rheinstraßenfest ein Wochenende vorher eifrig präsent, blühte unser Engagement auf dem Schöneberger Maifest (16. u. 17. Mai) am Rathaus Schöneberg vollends zu eindrucksvollen Ausmaßen. Umrandet von Guttemplern und „Schiedsmännern und –Frauen" (eine Einrichtung zur außergerichtlichen Schlichtung) hatten wir unseren Stand an der Wiese zwischen Rathaus und U-Bahnstation. Dabei waren nicht nur zahlreiche Mitglieder unserer Partei am Stand aktiv, sondern wir bekamen auch tatkräftige Unterstützung durch Mitglieder befreundeter Parteien aus dem europäischen Ausland, so von der Rifondazione Comunista aus Italien, von der portugiesischen Kommunistischen Partei und von der Linkspartei Synaspismos aus Griechenland. Aber bald war der Stand auch von Sympathisanten und Interessierten umringt.

Die wirkliche soziale Hängematte

Ein Höhepunkt unserer Aktivitäten war dann am Samstagnachmittag die Darstellung der wirklichen sozialen Hängematte, eine dringend nötige Richtigstellung, nachdem die unter HARTZ IV leidenden Menschen einer jahrelangen Diffamierung als sich wohlig in der sozialen Hängematte rekelnde Arbeitsunwillige ausgesetzt sahen. Wer liegt nun wirklich in dieser Hängematte? Tatsächlich die Kapitalisten und Manager, die sich vor „Erfolgsprämien", „Boni" und „Abfindungen" kaum noch bergen können! Da nun keiner dieser „Glücklichen" dazu bereit war, dieses selbst darzustellen, mussten wir auf einen mutigen Genossen (zugegebenermaßen im Interesse der Träger suchten wir ein körperliches Leichtgewicht aus) zurückgreifen. Vier Genossen (im richtigen Leben sind es viel, viel mehr) trugen den „Leistungsträger". Der Gewerkschaftschor IG Peng gab dem Ganzen stimmkräftige und wunderbare Unterstützung.

Hier kommt die „Staatsmacht

Obwohl diese Darbietung auch als nichtmotorisierter Personentransport und somit als völlig unbedenklich gewertet werden konnte, rief aber der Umstand, dass dieses Spektakel nicht angemeldet und mit dem Veranstalter abgesprochen war, alsbald den ersten Uniformierten auf den Plan. Da wir es mit den Persönlichkeitsrechten im Gegensatz zu manchen anderen Institutionen ernst nehmen, zeigen wir den Mann unkenntlich. Wir unterbrachen die Show, gingen brav weiter und nahmen sie außer Sichtweite des um die öffentliche Ordnung so besorgten wieder auf. Fast hatten wir die Wiese umrundet, da tauchte der nächste Ordnungshüter auf, zu dessen Ehrenrettung hier erwähnt sein soll, dass ihm die Sympathie für unsere Aktion aus allen Poren trat. Wir bekundeten, nun brav zu unserem Stand zu gehen, was wir dann quer über die Wiese taten, wobei wir unseren Darsteller nicht absetzen konnten, da die Wiese sehr feucht war!

Ein anderes Europa

Am Sonntag fand dann um 15:00 Uhr im Casino des Rathauses unsere Diskussionsveranstaltung „Was für ein Europa will die Linke?" statt. Vor zahlreichem Auditorium sprachen dann Fabio Biasio (Rifondazione Comunista), Luciano Caetano da Rosa (Port. Kommunistische Partei), Costas Balanos (Linkspartei Synaspismos) und Martina Michels (DIE LINKE) nach ihrer Begrüßung durch unseren Bezirksvorsitzenden Carsten Schulz und moderiert durch den Genossen Kurt Neumann über das Europa, das die linken Kräfte wirklich wollen: ein soziales und sozialistisches, demokratisches und friedliches Europa. Eine angeregte Diskussion mit dem Auditorium folgte und nach ca zwei Stunden gaben die Mitglieder des Podiums ihre abschließenden Erklärungen. Danach begab man sich wieder auf das Fest und so entstand auch das Bild unserer Direktkandidatin Figen Izgin, um die sich spontan ein „frauenpolitischer Arbeitskreis" bildete.

Andreas Schlüter