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1. Juli 2016 Tempelhof-Schöneberg

Kleingartenkolonie „Frieden“: Teilhabe und Integration unerwünscht?

Kolonien leisten einen wesentlichen Beitrag für soziales Lernen, generationenübergreifendes Miteinander und interkulturelle Integration. Umso unverständlicher dagegen ist das Vorgehen der Kleingartenkolonie „Frieden“ Ende Mai in Tempelhof, die sich vehement gegen die Aufnahme zweier türkischer Familien aussprach. Es ist schon ein echter Affront gegen Menschen, die seit Jahrzehnten hier leben und z.T. hier aufgewachsen sind, sich derart zu verhalten, nach dem Motto: „Ihr gehört nicht dazu“. Außerdem wirft es insgesamt ein schlechtes Licht auf den Bezirksverband der Kleingärtner in Tempelhof e.V., dessen Vorstand dieses Verhalten zu decken scheint.
Eine Integrationsquote selbst festzulegen, ist ein gefährlicher Akt, denn alle Menschen, die hier leben, sollen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Der Kleingartenverband beruft sich auf das Gleichbehandlungsgesetz mit Quotenvorgaben. Doch dies waren Mindestvorgaben, um einer Diskriminierung bei der Wohnungsvergabe entgegen zu wirken. Diese Vorgabe  für eine Wohnungsvergabe ist inzwischen gestrichen. Der Verband verkehrt die Mindest-Quotenvorgaben ins Gegenteil und nutzt sie, nämlich um Menschen auszugrenzen. Er zementiert mit seiner Entscheidung nicht Frieden (die Namensgebung der Kolonie), sondern Ungleichheit.
Die internen Regelungen für das Zusammenleben in der Gartenkolonie sollten bei allen, die sich für einen Kleingarten entscheiden, Akzeptanz finden und ausreichen, religiöse oder herkunftsbezoge Zugangs-Regelungen sind unnötig und schädlich. DIE LINKE Tempelhof-Schöneberg unterstützt alle Kolonien im Bezirk. Wir betrachten sie als Bereicherung des Stadtlebens und wichtigen Bestandteil für das Stadtklima. Ausgrenzung von Menschen aufgrund anderer Herkunft verurteilen wir aufs schärfste.
BV Elisabeth Wissel