Am 17. März hat die BVV Tempelhof-Schöneberg das Bezirksamt einstimmig damit beauftragt zu prüfen, ob die Einemstraße, welche dem 1934 verstorbenen Monarchisten und Hitler-Bewunderer Karl von Einem gewidmet ist, umbenannt werden kann. Nach Angaben der Bundesarbeitsgemeinschaft »Schwule Juristen« war Einem ein Wegbereiter des Faschismus und forderte 1907 als Kriegsminister die Vernichtung homosexueller Männer. Wenn sich dies wissenschaftlich bestätigt, muss die Einemstraße umbenannt werden!
Statt einem Homo-Hasser und Demokratiefeind sollte die Einemstraße zukünftig dem deutschen Pionier der Schwulenbewegung, Karl-Heinrich Ulrichs, Gedenken, indem sie nach ihm benannt wird. Bislang wird Ulrichs in Berlin noch an keiner Stelle gedacht, obwohl sich der 1825 geborene Jurist bereits im Kaiserreich unter feindlichen Bedingungen für die Rechte von Homosexuellen einsetze und so zu einem Vorkämpfer für Akzeptanz und Gleichstellung wurde. Eine solche Umbennenung wäre sowohl ein Zeichen der Anerkennung für seinen Mut, sich auch unter Spott, Strafverfolgung und Lebensgefahr für Akzeptanz und Gleichstellung einzusetzen, als auch eine deutliche Absage an Mord- und Vernichtungsdrohungen, mit denen auch heute noch Minderheiten auf der Welt bedroht werden. Aber auch eine Absage an Intoleranz und Gewalt, die auch in Deutschland noch zur Realität vieler Lesben, Schwuler, Bi- oder Transsexueller gehört.
Wir wollen eine solche Umbenennung gemeinsam mit den Anwohnerinnen und Anwohnern der Einemstraße erreichen und werben daher für ein breites politisches und gesellschaftliches Bündnis.