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24. Januar 2010

Gegen Missbrauch der Gedenkveranstaltung am 24.01.

Es ist eine gute Tradition, dass im Rathaus Schöneberg ein repräsentative Veranstaltung zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus (27.1.) verbunden mit der Ausstellungseröffnung "Wir waren Nachbarn" stattfindet.

DIE LINKE hat dies stets unterstützt.

Um so ärgerlicher finden wir es, wenn diese Veranstaltung missbraucht wird um einseitige Stellungnahmen zur politischen Lage im Mittleren Osten abzugeben. Vielen, die wegen dem eigentlichen Anlass gekommen sind, hat das schon in den vergangenen Jahren missfallen.

In diesem Jahr haben wir Anhaltspunkte, dass Herr Feilcke, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin (DIG), der damit schon früher aufgefallen ist, wieder seine Sicht auf aktuelle Probleme im Mittleren Osten in unerträglicher Weise vortragen könnte.

So hatte Herr Feilcke im letzten Monat auf 5 Thesen von 24 ehemaligen deutschen Diplomaten (siehe www.sueddeutsche.de/politik/542/496853/text/) mit einer ehrabschneidenden, hetzerischen Stellungnahme reagiert (vergleiche www.digberlin.de/dig/jochen-feilcke-reagiert-auf-einen-brief-von-ex-botschaftern-zur-nahost-politik-an-bundeskanzlerin-merkel/).

Es ist unerträglich, dass "Thesen", die dafür eintreten, dass die Bevölkerung in Gaza nicht weiter unter Blockade gestellt wird und dass mit gewählten Repräsentanten der Dialog begonnen werden sollte, so pauschal abqualifiziert werden. So spricht Herr Feilcke den Diplomaten sogar den "Verstand" ab.

Wir würden eine Wiederholung solcher selbstherrlicher Positionen durch Herrn Feilcke am 24.01.2010 als Gefährdung und Missbrauch der Veranstaltung ansehen. DIE LINKE würde sich dann dafür einsetzen, dass Herrn Feilcke nicht weiter ein solches Podium geboten wird. Wir sind nicht bereit dies weiter zu erdulden, denn ohne Eklat und Schaden für die Veranstaltung kann ihm dort nicht widersprochen werden.

Nachtrag zur Presseerklärung (Gegen Missbrauch der Gedenkveranstaltung am 24.01.):

Die Gedenkveranstaltung und Ausstellungseröffnung fand in würdigem Rahmen am 24.1. im gutgefülltem Foyer des Rathaus Schöneberg statt. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren konzentrierten sich alle Beiträge auf die Bedeutung der Ausstellung und ihrer aktuellen Wirkung gegen Antisemitismus.
Wir wissen nicht, ob wir mit unserer Presseerklärung dazu beitragen konnten - das Ergebnis ist entscheidend.
Wir freuen uns mit den Veranstaltern, dass die Ausstellung "Wir waren Nachbarn" nun als Dauerausstellung im Rathaus zu sehen ist und rufen dazu auf sie zu besuchen und auch gerade in Schulen dafür zu werben.

 

Kontakt: Bezirksverordneter Harald Gindra, Tel. 01525-45 25 000