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28. März 2010

Schulentwicklungsplanung (SEP): Mit falschen Prioritäten auf Kosten Schöneberger Grundschulen

Die Fraktionen Bündnis 90 / Grüne, FDP und Allianz Graue Panther bringen es nun mit ihrem gemeinsamen Antrag (Drs. 1344) zur BVV am 17. März auf den Punkt:
"Aufhebung der Teltow-Grundschule" und "Nutzung des Grundschulstandortes ... durch die Sternberg-Grundschule".

Das "olive"(grün+gelb+grau) Bündnis will damit die Zählgemeinschaft aus SPD und CDU vor sich hertreiben, die im SEP-Entwurf angesprochenen Massnahmen rasch umzusetzen. Zählgemeinschaft und Bezirksamt sind sich darüber (noch) nicht einig.

DIE LINKE lehnt diesen Antrag und die Herangehensweise ab,

Verschiedene Vorentscheidungen gingen nie von den "Problemschulen" aus. Dass nach einem halben Jahr Verunsicherung über die Zukunft der Teltow-Grundschule nur noch wenige Erstklässler angemeldet wurden (es kann 2010/11 nur eine Klasse gebildet werden), verwundert uns nicht.

Im folgenden die Chronologie, die mit Vorentscheidungen zur Stärkung des Gymnasialzweigs schwerwiegende Belastungen auf einige Grundschulen abgeschoben hat:

Ganztagsbetrieb - Zuschlag erhält das Rückert-Gymnasium

Die Robert-Blum-Oberschule, die einen hohen Anteil Schülerinnen und Schüler mit migrantischem Hintergrund zum Abitur führt, hatte sich Mitte 2009 mit dem überzeugenderen Konzept (gelobt von der Schulaufsicht) beworben. Allerdings hatte parallel ein Entwurf des SEP den Bestand der Schule nach 2014 in Frage gestellt

Ausbau des grundständigen (ab Klasse 5) Gymnasialzweigs

Bemühungen des Rückert-Gymnasiums einen 2. grundständigen Französisch-Zug einzurichten, wurden von der BVV im Oktober 2009 mit einer CDU-B'90 / Grünen-FDP-Mehrheit unterstützt. Die Einrichtung wurde nun von der Senatsverwaltung genehmigt.

Sternberg-Grundschule steht der Ausdehnung der Rückert-OS im Weg

Beide Entscheidungen erzeugten parallel zur SEP-Debatte Handlungsdruck den gemeinsam genutzten Gebäudekomplex neu aufzuteilen.

Lösung: Verlagerung der Grundschule

Im SEP-Entwurf taucht im Herbst als eine Option die Fusion von Sternberg und Teltow-GS auf. Andere Fusionsmodelle mit der Teltow-GS (mit hohem Anteil von Kindern mit migrantischem Hintergrund - über 90%), die aufgrund geringer Anmeldezahlen als unterausgelastet gilt, wurden schnell fallengelassen.

Taschenspielertrick

Sternberg-GS übernimmt Teltow-Gebäude Da die Sternberg-GS stabile Anmeldezahlen hat und ihr damit ein erfolgreiches Profil zugeschrieben wird, verlagert sich die Debatte auf die Aufhebung der Teltow-GS. Mit dem Profil und Image der Sternberg-GS soll das Teltow-Gebäude nun als Filiale übernommen werden. 2 Züge dort und 1 Zug am bisherigen Standort.

Komplizierte Startbedingungen in schwierigem Umfeld

Ein dauerhafter Betrieb einer Grundschule an zwei Standorten ist kaum vorstellbar. Jetzt müssten erst mal Schüler und Lehrer der Teltow-GS integriert werden. Unklar ist wie die Vorbehalte im Umkreis des Teltow-Gebäudes (nur 17% der dort wohnenden Schülerinnen und Schüler meldeten sich dort zuletzt an) aufgehoben werden können.

Die Stabilisierung der Schulen im Schöneberger Nordosten bleibt somit im SEP offen! Die Schulen im sozialen Brennpunkt: Teltow-GS (in Abwicklung), Neumark-GS, Sternberg-GS und die Robert-Blum-OS haben aus dem SEP keine neuen konstruktive Ansätze erfahren.

DIE LINKE tritt dafür ein, dass ins Zentrum der Planungen die Probleme der Schulen im Kiez kommen müssen. Die Schulen müssten mit neuen Ansätzen unterstützt werden, damit sie attraktiv werden für eine ausgeglichenere, sozialgemischte Schülerschaft. Um die Robert-Blum-OS weiterzuentwickeln wäre eine Ganztagsangebot hilfreich, wofür ein Weg gesucht werden muss.weil sie einen falschen Weg fortsetzt.