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Wolfgang Szepansky

Nach seiner Entlassung setzte er seine politische Arbeit fort. Anfang Januar 1934 entschied er sich aufgrund einer gegen ihn erhobenen Anklageschrift zur Emigration in die Niederlande.  Nach der Besetzung der Niederlande im Mai 1940 geriet Wolfgang erneut in die Fänge der Gestapo. Über ein holländisches Internierungslager wurde er im Oktober 1940 erst in die Steinwache Dortmund und schließlich in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert.

Nach seiner Befreiung aus dem KZ Sachsenhausen 1945 engagierte er sich im Antifaschistischen Jugendausschuss von Tempelhof und arbeitete als Zeichenlehrer. Er erhielt jedoch 1951 als SED-Mitglied Berufsverbot. Nach langer Arbeitslosigkeit fand er endlich eine Anstellung als Klubhausleiter bei der Deutschen Reichsbahn. 

Gegen die willkürliche Aberkennung des Status als Verfolgter des Naziregimes durch den Westberliner Senat prozessierte Wolfgang fast 20 Jahre, bis ein demokratischer Richter ihm die aberkannte Entschädigung wieder zusprach. 

Jahrzehntelang war Wolfgang Szepansky als Zeitzeuge aktiv. Ob in Berliner Schulen, Universitäten oder Volkshochschulen: seine Schilderungen vermittelten den Schülern und Studenten stets eine Geschichtsstunde „von unten“. Diese Arbeit als Zeitzeuge betrachtete er als seine persönliche Pflicht – auch in Erinnerung an seine im Lager und auf dem Todesmarsch verstorbenen Kameraden.

Wolfgang unterstützte 1977 die Öffnung der VVN zum „Verband der Antifaschisten“. Gemeinsam mit den neuen jüngeren Mitgliedern war er bei Aktionen gegen Nazitreffen, gegen ausländerfeindliche und rassistische Übergriffe aktiv. Mit der Band „Sorgenhobel“ und seinem Kameraden Emil Ackermann trat er in den 80er Jahren auf zahlreichen Friedensveranstaltungen mit Liedern gegen Krieg und Faschismus auf. 

In der politischen Umbruchkrise 1989/90 war es Wolfgang, der gemeinsam mit den jüngeren Kameradinnen und Kameraden die Existenz und Weiterarbeit der VVN-VdA sicherte.

Für seine Lebensleistung wurde Wolfgang gemeinsam mit seiner Frau Gerda im Jahr 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.

In seiner Autobiografie „Dennoch ging ich diesen Weg“ schildert er anschaulich die politische Situation der Emigration, der Widerständler und der nicht geglückten Einheitsfront der Linken gegen den Faschismus, aber auch den Alltag im KZ und die Leiden der Menschen. Er beschreibt auch, wie er sich mit den verschiedensten Gelegenheitsarbeiten nur mühsam und oft nur mit Hilfe solidarischer Mitmenschen über Wasser halten konnte. Seine persönlichen Erlebnisse als Sozialist beim Wiederaufbau und dem anschließenden „Kalten Krieg“ sind spannend zu lesen und zugleich ein Lehrstück über Demokratie in Westberlin. Wolfgang Szepansky war aber nicht nur Autor, Zeitzeuge und ein guter Erklärer, er war auch Künstler: Sein Buch ist mit vielen seiner Bilder, die er gemalt hat, illustriert. 

Mit Wolfgang Szepansky verliert die Berliner VVN-BdA einen aufrechten, kämpferischen und bescheidenen Freund. 

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, den 17.9.2008, 11 Uhr, in der Kapelle des Kirchhofs Mariendorf II in der Friedensstr.12-14 in Tempelhof statt.