Zurück zur Startseite

Figen Izgin Direktkandidatin in Tempelhof/Schöneberg

Erststimme

 

 

Interview mit Figen Izgin/Flugblatt

Unsere Direktkandidatin im Gespräch

Figen Izgin (F. I.) wurde von unserem Wahlkreis zur Direktkandidatin für die Bundestagswahl bestimmt. Im folgenden Interview stellt sie sich und ihre Ansichten vor.

A. K.: Figen, wie viele von uns bist du nicht in Berlin geboren, wie würdest du deinen bisherigen Lebensweg skizzieren?

F. I.: Ich bezeichne mich immer als Berlinerin mit türkischen Wurzeln. Als ich in der ersten Klasse war, kamen meine Eltern nach Deutschland. Uns Kinder holten sie nach einem Jahr nach. Nach der Oberschule habe ich lange in der Metallindustrie gearbeitet. Auf dem zweiten Bildungsweg habe ich die Ausbildung zur Erzieherin und mein Studium als Diplomsozialpädagogin absolviert. Es schloss sich eine langjährige Beschäftigung als Beraterin für schulische und berufliche Bildung an. Im Moment arbeite ich für den LINKEN Abgeordneten Hakki Keskin in seinem Wahlkreisbüro in Tempelhof-Schöneberg.

A. K.: Als zweifache Mutter und durch deine Arbeit hast du einen tiefen Einblick ins Bildungswesen und die Bildungssituation von Kindern mit „Migrationshintergrund“. Was glaubst du, wie weit sind wir auf dem Weg in eine Gesellschaft der Chancengleichheit?

F. I.: Wir haben ein Schulsystem, welches Kinder aus sozial benachteiligten Familien aussortiert. Darunter sind sehr viele Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache. Statt des mehrgliedrigen Schulsystems brauchen wir eine Schule für alle Kinder, in der alle gemeinsam lernen und individuell gefördert werden. Außerdem brauchen Schulen mehr Fachpersonal, vor allem engagierte LehrerInnen, die auch Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache annehmen und ihnen das Gefühl vermitteln, dass sie hierher gehören.

A. K.: Wie siehst du das Wirken der Mehrzahl der Medien in Bezug auf Offenheit und Integrationsfähigkeit in dieser Gesellschaft?

F. I.:  Wir dürfen nicht vergessen, dass Integration nur erfolgreich stattfinden kann, wenn beide Seiten daran arbeiten. Die Masseninformationen, die verbreitet werden, beeinflussen Menschen. Die öffentlich-rechtlichen und die privaten Sender sollten die Vielfalt in dieser Gesellschaft besser als bisher abbilden. Die meisten Berichte über MigrantInnen sind leider sehr negativ. Das wird auch durch Untersuchungen belegt.

Azieb Kiflom