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Marianne Lampel

Kulturelles ...

Zunächst meine Filmtipps:

Das Kapital im 21. Jahrhundert - ein Dokumentarfilm nach dem gleichnamigen Buch des französischen Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Piketty, gedreht von Justin Pemperton. OmU / Der Film zeigt in 103 Minuten die Eigentums- und Machtverhältnisse einerseits und prekären Verhältnisse andererseits seit der französischen Revolution.

Das äußere Erscheinungsbild hat sich verändert, jedoch die Strukturen sind gleich geblieben. In etlichen Ländern besitzt ein Prozent der Superreichen 70 % des Vermögens. Das war schon im Jahr 1914 so. Reichtum wird vornehmlich vererbt und nicht erarbeitet und damit Macht, Medien und Einfluss. Das Kapital wächst schneller als das Volkseigentum.

Der Film ist eine Zeitreise durch drei Jahrhunderte mit Wortbeiträgen von Thomas Piketty selbst und anderen namhaften Wirtschaftswissenschaftlern.

Das Aufzeigen der ungleichen Verhältnisse ist nicht neu. Thomas Piketty schlägt schlussendlich ein gemeinsames Handeln aller Staaten vor. Um Steuerflucht zu vermeiden, sollte sich die Welt auf eine gemeinsame Vermögenssteuer einigen.

2040 - Wir retten die Welt, Dokumentarfilm von und mit dem australischen Regisseur Damon Gameau.

Damon Gameau ist Vater einer vierjährigen Tochter. Er fragt sich: Wie könnte die Welt in 20 Jahren aussehen, wenn seine Tochter erwachsen ist. Er fliegt, gar nicht „grün“, von Land zu Land und besucht zukunftsträchtige Projekte und lässt Kinder und Erwachsenen zu Wort kommen. Ja, es gibt diese futuristischen Technologien, die umweltschonend eingesetzt werden, wenn auch im kleinen Rahmen. Der Fokus ist jedoch alleine auf das Positive gerichtet und wirkte auf mich auch filmisch zu weichgespült.

Der Film suggeriert, dass es alleine an uns selbst liegt, von den derzeitigen Krisen der Politik, Umweltzerstörung und Energiekollapses wegzukommen.

Das ist m. E. zu naiv. Um der Jugend nicht die Hoffnung zu nehmen, sollte dieser Film dennoch auch in Schulen gezeigt werden, um sich mit Zukunftsfragen auseinander zu setzen.

Mein Buchtip:

Die Jakobsbücher - von Olga Nawoja Tokarczuk, polnische Psychologin und Schriftstellerin, die 2019 den Literaturnobelpreis für 2018 erhielt, da er 2018 nicht vergeben wurde.

Die acht Jakobsbücher handeln von Jakob Frank, 1726 im polnischen Korolówka geboren, 1791 in Offenbach am Main gestorben. Als Anführer einer mystischen Bewegung der Frankisten, war Jakob fest entschlossen, sein Volk, die Juden Osteuropas, endlich für die Moderne zu öffnen. Zeit seines Lebens setze er sich für ihre Rechte ein, für Freiheit, Gleichheit und Emanzipation. Er machte sich hierbei Tausende von Anhängern, Bewunderern wie auch Feinden. Trotz der historischen Figur, ist es ein Buch für die heutige Zeit, stellt es die Frage, wie wir uns die Welt als eine gerechte vorstellen können.
Marianne Lampel