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Awareness-Konzept Veranstaltungen - Die Linke Berlin – Bezirk Tempelhof-Schöneberg

Grundsätzliches zu Awareness:

Unser Ziel ist, dass alle unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Identität oder Lebenssituationen an Veranstaltungen teilnehmen können und sie ein sicherer Ort für Alle ist. Bei Veranstaltungen gewisser Größe können wir leider nicht völlig ausschließen, dass Grenzüberschreitungen stattfinden, die als emotional belastend erlebt werden.

Diskriminierung äußert sich sehr unterschiedlich. Personen, die selbst nicht betroffen sind, fällt es oft schwer, Diskriminierung zu erkennen. Manchmal geschieht diskriminierendes Verhalten aktiv, oft jedoch auch ungewollt. Diskriminierung geschieht in diesem Fall wider besseren Wissens, ist oft Teil eines gewohnten oder erlernten Verhaltens.

Deshalb glauben wir Betroffenen, wenn sie von Diskriminierung oder Grenzüberschreitung berichten. Gerade weil wir antirassistisch, feministisch, klassen-/herkunftssensibel und inklusiv sein möchten, ist unser Anspruch und Auftrag die Bekämpfung von Ungerechtigkeiten auch auf unseren Veranstaltungen. Von Diskriminierung sprechen wir, wenn Benachteiligungen, Ausgrenzung oder Belästigungen wegen grundlegender Zugehörigkeiten oder Zuschreibungen geschehen. Dazu gehören zum Beispiel: rassistische Zuschreibungen, Sprache, Herkunft, sexuelle Identität, aber auch das Lebensalter, Geschlecht, Religion/Weltanschauung sowie körperliche, geistige und seelische Fähigkeiten.

Sollten Teilnehmende Diskriminierung, Übergriffe oder Machtmissbrauch jeglicher Art erfahren, kann das Awareness-Team die erste Anlaufstelle sein.

Rolle/Selbstverständnis des Awareness-Teams:

Das Awareness-Team hat die Aufgabe, Betroffenen von Diskriminierung und persönlichen Grenzüberschreitungen auf Veranstaltungen beizustehen und im Interesse dieser Betroffenen zu handeln. Es ist wichtig, betroffene Personen aktiv und solidarisch zu unterstützen. Das Awareness-Team wird daher aktiv, wenn sich Betroffene von grenzüberschreitendem oder diskriminierendem Verhalten an das Awareness-Team wenden und um Hilfe gebeten wird. Sollten die Schilderungen schwerwiegend sein, sollte das Awareness-Team Verantwortliche der Veranstaltung und Vertrauenspersonen des Bezirkes oder des Landes Berlin miteinbeziehen.

Das Awareness-Team wird zu Beginn der Veranstaltung vorgestellt und ist erkennbar an den lila Westen. Ihr könnt das Awareness-Team ansprechen, wenn ihr Unterstützung benötigt oder euch an der Anmeldung melden, damit wir das für euch tun können.

Grundsätze:

  1. Als Awareness Team seid ihr für die Teilnehmenden der Veranstaltung ansprechbar und erreichbar.
  2. Alle Personen im Awareness Team sollten zurechnungsfähig sein.
  3. Achtet immer auf euch selbst! Wenn ihr euch der Situation nicht gewachsen fühlt, gebt lieber die Verantwortung an eine andere Person ab oder sucht euch Unterstützung.
  4. Geht vertraulich mit den Informationen um.
  5. Gib niemals der betroffenen Person die Schuld für übergriffiges/diskriminierendes Verhalten/ sexualisierte Gewalt!
  6. Nimm ein Notizbuch mit und hab das dabei. So kannst du dir Notizen machen und musst nicht oft bei der betroffenen Person nachfragen. Wenn du dir Notizen machst, erkläre das kurz der betroffenen Person.
  7. Wenn möglich, empfehlen wir, Gespräche immer im Team zu führen. So können Missverständnisse reduziert werden.
  8. Im Sinne der transformativen Gerechtigkeit behalten wir es uns vor, auch mit der Beschuldigten Person zu sprechen. Dies wird vorher mit den Betroffenen abgesprochen und nur auf deren ausdrücklichen Wunsch vollzogen, um den Datenschutz zu wahren.

Zuständigkeiten des Awareness-Teams:

  1. Ihr nehmt grenzüberschreitendes und/oder diskriminierendes Verhalten war, werdet von Personen in Bezug darauf um Hilfe gebeten oder von anderen darauf hingewiesen.
  2. Generelle Awareness vor Ort stärken, z.B. durch Plakate mit Hinweisen, damit alle auf einen wertschätzenden und nicht-diskriminierenden Umgang miteinander achten.

Du wirst von einer anderen Person auf eine grenzüberschreitende Situation hingewiesen

  1. Überlege, ob du die geeignete Person bist, in die Situation hineinzugehen oder ob du jemanden ansprichst.
  2. Werde selbst aktiv und gib die Verantwortung nicht wieder an die beobachtende Person zurück

Eine betroffene Person kommt auf dich zu und möchte Unterstützung:

  1. Hör der betroffenen Person zu und nimm sie ernst.
  2. Überlege, ob du die geeignete Person bist oder ob du jemanden dazu holst.
  3. Frage nach den Bedürfnissen der betroffenen Person (Was brauchst du? Was möchtest du gerade?)
  4. Beachte die Wünsche und Bedürfnisse der betroffenen Person und stelle deine eigenen hinten an (wenn sie etwas anderes braucht, als du in einer entsprechenden Situation, respektiere das. Es ist wichtig, dass die betroffene Person die Kontrolle über die Situation hat.)
  5. Erkläre, dass in der Unterstützung das passiert, was die betroffene Person wünscht. Alles wird mit ihr abgesprochen.
  6. Hör zu, wenn die betroffene Person erzählen möchte.
  7. Sei vorsichtig mit Fragen. Die betroffene Person soll nicht das Gefühl bekommen sich rechtfertigen zu müssen. Vielleicht ist ihr auch unangenehm oder peinlich, was passiert ist.
  8. Lass dir und der betroffenen Person viel Zeit (in Krisen ist „Tempo rausnehmen“ total wichtig)
  9. Hol die Person auch aus der Situation raus. Geht spazieren, sucht euch einen ruhigen Ort. Vielleicht braucht die Person auch was zu trinken oder einfach kurz jemanden zum zuhören.
  10. Biete Möglichkeiten konkreter Unterstützung an, z.B:
    • Wenn die betroffene Person bleiben möchte, kläre mit ihr, was sie dafür braucht. Biete an, dass die betroffene Person sich nicht selbst mit der beschuldigten Person auseinandersetzen muss, sondern dass dies jemand anderes für sie tun kann.
    • Wenn du eine Situation nicht klären kannst oder Rücksprache brauchst, kannst du dich mit dem gesamten Awareness-Team absprechen oder Menschen aus dem Vorstand dazu holen
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