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Clara Zetkin

8. März: Internationaler Frauentag: „Wir wollen Freiheit Frieden Recht“

Die Wahlberechtigung, bzw. die politische Gleichberechtigung für Frauen, war die zentrale Forderung, der mit der Einführung des Internationalen Frauentags Nachdruck verliehen werden sollte. Dies beschloss die Sozialistische  Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen, unter Anregung eines Beschlusses   amerikanischer Sozialistinnen von 1909.

Den politischen, und nicht nur auf die Rechte der Frauen bedachten, Forderungen gingen viele Streiks und Demonstrationen voraus. Die Frauen kämpften u.a. für bessere, gerechte Arbeits- und Lebensbedingungen und vor allem für eine Friedenspolitik, bei der sie europaweit die Frauen aufriefen gegen den Krieg zu demonstrieren. Eine führende Rolle dabei hatten Sozialistinnen (wie Clara Zetkin und Rosa Luxemburg) und gewerkschaftlich organisierte Frauen. Die Friedensposition mit dem Frauentag zu verbinden hat sich zeitlich um 1914, zu Beginn des I.Weltkriegs, durchgesetzt und wurde auch nach 1945 in der Frauenbewegung beibehalten. Im Jahr der heftigsten Streiks und Kämpfe 1918 wurde die Monarchie gestürzt und dem Krieg ein Ende gesetzt. Neben anderen wichtigen politischen Forderungen  kam es  nun endlich auch zur Einführung des geheimen, demokratischen Wahlrechts für Frauen und Männer. Aber wirkliche gesellschaftliche Verbesserungen hatte es danach nicht gegeben. Politische Einschränkungen wie das Demonstrationsverbot hinderten Frauen jedoch nicht den Frauentag als Demonstration auf der Straße oder mit politischen Kundgebungen vor Betrieben zu begehen. Während der  Nazizeit war nur noch ein heimliches Gedenken möglich.

Mit dem Gelöbnis: „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“,wurde die Frauenbewegung nach 1945 wieder belebt. Während in der DDR und anderen sozialistischen Ländern der Frauentag mit seinen Errungenschaften wie selbstverständlich gefeiert wurde, wurde er im Westen Deutschlands unter Kalter-Kriegs-Zeiten beargwöhnt und Organisationen die den Frauentag unterstützten (gegen Wiederaufrüstung) unter Kommunismusverdacht verboten. Frauen in den 50iger und 60iger Jahren unterlagen schlimmen arbeitsrechtlichen und gesellschaftlichen Diskriminierungen. Erst in den 70iger Jahren wurden im Westen die gesellschafts- und friedenspolitischen Forderungen von einem breiten Spektrum von Gewerkschaften bis zu christlichen Organisationen verstärkt wieder ins gesellschaftliche Bewusstsein gebracht.

Frauen in allen Regionen der Welt sind auch im 21. Jahrhundert immer noch nicht mit Männern gleichgestellt. In einigen Ländern gar der Gewalt der Familie ausgesetzt. Aber es ist vor allem die strukturelle Gewalt, im Zugang zu Bildung die beispielsweise, Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft erschweren.  Auch in den westlichen Ländern ist es immer noch eine bittere Realität, dass Frauen trotz Bildung, im Zugang zu gut bezahlten Berufen nicht die gleichen Chancen haben, oder dass sie immer noch über 20% weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen bekommen.

2014, trotz kleiner Errungenschaften müssen Frauen weltweit immer noch um ihre Rechte kämpfen. Der Internationale Frauentag ist so wichtig wie vor 100 Jahren, er ist der Kampftag für die Rechte der Frauen und für eine sozialistische Gesellschaft. Dabei spielt der Frieden eine zentrale Rolle. 100 Jahre nach Beginn des ersten Weltkriegs will die Bundesregierung sich aktiver an Kriegseinsätzen beteiligen, obwohl 75% der Bevölkerung dies nicht wünscht. Eine Verteidigungsministerin ist dabei kein Garant für Frieden. Frauen sind aktiv in der Friedensbewegung beteiligt, denn nur mit allen Kräften der Gesellschaft gibt Frieden die Chance auf eine Zukunft für Alle!

Elisabeth Wissel

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