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Marianne Lampel

Kulturelles

Klaus Lederer, Kultursenator von der LINKEN, hat vor der Sommerpause zwei lang erwartete wichtige Entscheidungen getroffen: René Pollesch wird neuer Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg- Platz ab Spielzeit 2021/2022. Die Volksbühne ist nicht Neuland für ihn. Er war bereits als einer der führenden Künstler unter Frank Casdorf dort tätig. Jetzt kommt er als Chef wieder. Zunächst erhält er einen Fünfjahresvertrag. Wir dürfen gespannt sein!

Frank Casdorf, hatte die Intendanz von 1992 bis 2017 inne. Sein letztes Stück wurde im April 2018 gespielt. Frank Casdorf war eine Institution für viele Berliner. Seine avantgardistischen und überaus lebendigen Stücke, die nicht selten zwischen fünf und acht Stunden dauerten, verlangten nicht nur von den Schauspielern das Äußerste, sondern auch von den Besuchern. Jedoch jeder Theaterabend war ein Erlebnis. Frank Casdorf ließ bei seinem Abschied das Räuberrad demontieren und nahm es mit zu einer neuen Inszenierung nach Frankreich. Die Berliner und Klaus Lederer wunderten und ärgerten sich. Ist denn so etwas überhaupt erlaubt? Schließlich fand Lederer einen Kompromiss. Das Rad wurde als Leihgabe deklariert. Seit September 2018 steht das Räuberrad, frisch restauriert, wieder auf seinem angestammten Platz.

Der belgische Kurator und Museumsmanager, Chris Dercon, zuletzt Direktor der Londoner Tate Gallery of Modern Art, trat 2017 die Nachfolge Kulturelles an. Es gab viele Gründe für seine Misserfolge, so dass der 2018 das Haus verließ.

Bis René Pollesch sein Amt antritt, agiert Klaus Dörr als Interimsintendant bis Ende 2020. Ja, und last but not least hat Klaus Lederer, den noch bis 2022 laufenden Vertrag mit Daniel Barenboim um weitere fünf Jahre verlängert. Im Jahr 2027 wird Barenboim 85 Jahre alt sein. Das Opernorchester und die Staatskapelle haben Barenboim bereits zum Chefdirigenten auf Lebenszeit ernannt. Da diese beiden großen Entscheidungen nun getroffen sind, kann sich Klaus Lederer nun der Freien Szene und den Theatern widmen, die auch bedient werden wollen.

Buchtipp: Integriert doch erst mal uns!

Eine Streitschrift für den Osten von Petra Köpping, Mitglied des Bundesrates. Seit 2009 Mitglied im Sächsischen Landtag und seit 2014 Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration. Petra Köpping hat mit ihren Landsleuten gesprochen, sich ihre Sorgen und Probleme angehört und sie ernst genommen. Auffällig ist, dass Migranten und Ostdeutsche oftmals die gleichen Emotionen haben von Entwurzelung, Menschen zweiter Klasse zu sein. Den Opfern der Treuhand wurde ihre Identität geraubt. Umso wichtiger ist eine Aufarbeitung. Petra Köpping führt viele Beispiele einer positiven Aufarbeitung an. Lesenswert!

Filmtipp

Push - Für das Grundrecht auf Wohnen

Die UN.Spezialreporterin für Angemessenes Wohnen, Leilani Farha, reist um die Welt und berichtet aus verschiedenen Ländern. Wer wird aus den Städten gepusht und wieso? Der Wohnungsmarkt als Kapitalmarkt ist das Problem der heutigen Zeit. Leilani Farha reist, spricht, engagiert sich und vermittelt Hoffnung.

Filmstart: 06.06.19
Genre: Dokumentarfilm
Länge: 96 Minuten
FSK: o.A.

Marianne Lampel