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Mietsteigerungen von 50% und mehr durch Modernisierung?

In einer früheren „LUPE“ berichteten wir über die Leberstraße 36 und geplante Modernisierungen mit Mietsteigerungen von 50% und mehr. Die Öffentlichkeit, die von den Mietern hergestellt wurde, und Klagen gegen diese Pläne waren erfolgreich. Der Widerstand und drohende Ausfälle von  Mehreinnahmen („Härtefälle“) haben den Eigentümer zu einem Rückzieher veranlasst. Offen bleibt, ob er sich dazu bewegen lässt, bestehende Mängel am Haus – normale Instandhaltung, nicht umlagefähig auf Mieter – nun zu beseitigen.

Der öffentlich und in der BVV beachtete Fall förderte vielleicht auch, dass das Bezirksamt die vertiefenden Untersuchungen in Auftrag gab, um auch für die Rote Insel eine Erhaltungsverordnung zu erlassen. Die Mieter-Befragungen liefen im Oktober/November und sind Teil der Beurteilung des Gebiets (Verdrängungsprozesse /-dynamik).

In der Gleditschstraße 49/69, die sich in dem Milieuschutzgebiet Barbarossaplatz/Bayerisches Viertel befindet, schreckt der Eigentümer mit ähnlichen Modernisierungsplänen auf. Dort betrifft es rund 250 Mieterinnen und Mieter in 117 Wohnungen. Sie sollen ebenfalls am Ende mit Modernisierungsumlagen belastet werden, die über 50% der bisherigen Miete ausmachen.

Dagegen haben sie sich zusammengeschlossen. Unklar ist noch, welcher Prüfungsvorbehalt (teilweise Genehmigung) für das Bezirksamt möglich ist. Bauanträge für vermutlich noch umfassendere Maßnahmen (u.a. Aufstockung) sollen teilweise schon auf 2013 zurückgehen. Aktuell kritisiert die Mieterinitiative das überdimensionierte Konzept zur „Energetischen Sanierung“: Dreifachverglasung, verbunden mit umfangreicherer Dämmung, und Außenwandlüfter. 11% der Kosten können dann jährlich auf die Miete aufgeschlagen werden und müssen auch nach theoretischer Abbezahlung (nach 9 Jahren) weiter gezahlt werden. Bei einer Begehung von Bau- und Wohnungsaufsicht des Bezirksamts hätte auffallen müssen, dass die Außenwände in den Kellern erheblich durchfeuchtet und Schädigungen mit Schimmel vermutlich schon eingetreten sind. Diese schon länger vernachlässigten Mängel müssten – auf Kosten des Eigentümers – erst behoben werden.

Infos der Mietergemeinschaft: http://www.gleditschstrasse.de/

Am 6.12. (nach unserem Redaktionsschluss) machte das „Kiezpalaver“ (Runder Tisch verschiedener Initiativen im Schöneberger Norden) eine Radtour „gegen Verdrängung, Spekulation mit Wohnraum und Zerstörung der Stadtnatur“, die auch zur Gleditschstraße führte.
BV H. Gindra

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