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Privat

Friederike Benda

Schöneberger Original - Friederike Benda will für DIE LINKE ins Abgeordnetenhaus

LUPE: Friederike, du bist im Schöneberger Norden aufgewachsen, hast Deine Kindheit und Jugend hier verbracht. In Stichworten, woran denkst du als erstes?

Zuckerfest und lesbisch-schwules Straßenfest in einem, Habibi-Falafel am Winterfeldtplatz, Pallas, Juxcircus, 1. FC Schöneberg, Downstairs, Potse, Mini City im Europacenter.

LUPE: Wenn du dir heute den Kiez anschaust, in dem du aufgewachsen bist, was hat sich verändert? Welche Probleme siehst du?

Der Kiez muss hart darum kämpfen, seine Seele nicht gänzlich zu verlieren. Die wurde bereits an unzähligen Ecken und Enden verscherbelt und verdrängt.
Der Sound der Subkultur, die Haubesetzungen und Organisierung internationaler Solidarität im Schöneberg der 80er und Anfang der 90er Jahre habe ich nicht aktiv erlebt, dafür bin ich zu jung. Aber ich bin dann in einer Umgebung aufgewachsen, in der noch sehr viel davon übrig war. Das hat mich geprägt. Und das gilt es wo nur möglich zu erhalten, zurückzugewinnen und neu aufzubauen.
Potse und Drugstore (das älteste selbstverwaltete Jugendzentrum Berlins) kenne ich seit meiner Jugend, dass die verjagt werden, macht mich richtig fertig.

In Schöneberg sind die Mieten in den vergangenen zehn Jahren um bis zu 80 Prozent gestiegen (ein Blick in den Crellekiez oder in Richtung Viktoria-Luise-Platz reicht), während die Einkommen der Berlinerinnen und Berliner stagnieren. Das heißt: die Miete frisst im Durchschnitt hier 45 % des Nettoeinkommens auf. Berlin verzeichnete in den vergangenen Jahren gleichzeitig ein Konjunkturhoch und Wachstumsraten, aber die Menschen haben kaum mehr Geld als im Jahr 2000.

LUPE: Das heißt, die Konjunktur kommt nicht bei den Menschen an?

Ja bzw. kommt sie bei den allermeisten Menschen nicht an. Die Konjunkturentwicklung hat z.B. darüber hinweggetäuscht, dass viele Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor entstanden sind. Wir sehen hieran doch so deutlich, dass wenn es „der“ Wirtschaft gut geht, es eben nicht allen gut geht. Bspw. ächzen auch kleine und mittlere Betriebe unter der Mietlast und können sich diese nicht mehr leisten. So verliert der Kiez auch seine Originale. Das macht viel kaputt.

LUPE: Ein kurzer Blick auf den gesamten Bezirk, wo siehst du dringenden Handlungsbedarf?

Okay, in kurz und demnach unvollständig:
Keine Schließung des Wenckebach-Klinikums und Wiedereingliederung der Arbeitsplätze und Übernahme des Personals der ausgegliederten Betriebe bei Vivantes und Charité, Arbeitsplätze bei Daimler sichern, Mieten deckeln und Deutsche Wohnen und Co enteignen, Jobaus für die Angestellten bei Durstexpress verhindern.