Versprechen der Degewo an Mieter in Marienfelde – DIE LINKE macht Druck
Im Hochglanzdesign wirbt die Degewo in Broschüren für ihr Engagement im Wohnungsbau und in ihrer Verantwortung für ihre Mieter und Mieterinnen. Jedoch gab es 2012 und 2013 in Marienfelde, wo die Degewo bis 2016 über 2400 Wohnungen energetisch sanieren, instand setzen und modernisieren will, erhebliche Differenzen zwischen Mietern und Vermieter. Aus diesem Grund wandten sich Mieter an DIE LINKE, da sie sich von der Degewo im Stich gelassen fühlten. Bei mehreren Mieterversammlungen berichteten die Mieter von Pfusch- und Mängelarbeiten in ihren Wohnungen sowie von unangemessenem Lärm und Schmutz, dem sie ausgesetzt waren. Die zu wenigen vorübergehend zur Verfügung gestellten Umsetzwohnungen wurden zudem von den Nutzern teils als Zumutung empfunden. Mit den immer wieder entstandenen Baupfusch-Schäden in vielen Wohnungen wurden die Mieter alleine gelassen. Völlig entnervt versuchten sie z.T. lieber selbst (auf eigene Kosten) die Mängel zu beheben, als ungelernte Hilfskräfte, die möglicherweise noch mehr Schaden anrichten würden, in ihre Wohnungen zu lassen. Ebenso lax war der Umgang mit Asbestmaterial in dem Mietercafé in der Waldsassener Straße 36. Nach dem Hinweis einer Mieterin benachrichtigte DIE LINKE das Gesundheitsamt. Schlecht war im Allgemeinen auch der Informationsfluss zwischen Degewo und Mietern, Handwerkstermine wurden häufig nicht eingehalten. Insgesamt viel Ungemach für die Mieter, aber wenig Entgegenkommen der Degewo, nur eine Monatsmiete wurde erlassen (jedoch nicht bei den Umsetzwohnungen), obwohl die vereinbarten Fristen für Arbeiten in den Wohnungen bei den Meisten z.T. erheblich überschritten wurden. Es wurde auch berichtet, dass viele Mieter anwaltliche Hilfe suchten oder gleich ganz weg zogen. Bei der zukünftigen Mieterhöhung war vielen Mietern unklar, was sie zu erwarten haben. Das konnten wir u.a. durch eine Fragebogenaktion erfahren. DIE LINKE unterstützte die Mieter und machte ihre berechtigten Belange öffentlich: mündliche Anfrage in der BVV, kleine Anfragen, Schreiben an das Bezirksamt und an die Degewo und Berichterstattung in unserer Bezirkszeitung. Zuletzt unser Vorschlag, eine Ombudsperson für die Wohnanlage einzusetzen. Dazu kam es nicht mehr. Dann, Anfang des Jahres, kamen wir mit unseren Bemühungen ein Stück weiter. Durch unsere Abgeordnete im Bundestag, Azize Tank, bekamen wir einen Termin bei dem Vorsitzenden der Degewo: Herr Bielka räumte Fehler bei den Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen ein, alle Mängel sollen abgearbeitet werden und in Zukunft würde es besser gemanagt. Gerne hätten wir noch konkrete, offene Fragen angesprochen, jedoch zogen sich viele Mieter zurück. Die Mieter sind z.T. verängstigt, dass sie ihre Wohnung verlieren. Außerdem lässt sich eine Wohnungsbaugesellschaft wie die Degewo, die wie ein privates Unternehmen gewinnorientiert agiert, nicht in ihre Karten schauen. Dennoch konnte durch Engagement der LINKEN Druck ausgeübt werden, was auch vielen Mietern zugutekam.
Elisabeth Wissel
