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Elisabeth Wissel

Bezirksamt trägt nichts zur Kältehilfe für Obdachlose bei

Niemand sollte auf der Straße leben müssen, und es ist die Verantwortung des Bezirksamtes, Unterstützung und Hilfe für Obdachlose, insbesondere zur kalten Jahreszeit, zu leisten. Während Hostels, Pensionen und Hotels in der Corona-Krise so gut wie leer stehen, macht sich das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg einen schlanken Fuß und lässt die anderen Bezirke dafür aufkommen.

In Berlin sind es Tausende, die ohne Unterstützung dem Hungern und jetzt im Winter dem Erfrieren ausgesetzt sind. Lediglich acht Kältehilfe-Plätze werden im Bezirk, in der Kirchengemeinde „Zum guten Hirten“, angeboten, obwohl es ureigenste Aufgabe der Bezirke ist, Unterkunftsplätze bereitzustellen. Die Kosten werden von der Senatsverwaltung ausgeglichen.

Daher ist es umso unverständlicher, dass das Bezirksamt keinerlei Anstrengungen unternommen hat, seinen gebührenden Anteil zur Unterbringung der Ärmsten beizutragen. Ca. 1200 Plätze wurden von den anderen 11 Bezirken in Berlin geschaffen, um Menschen auch in Hostels und Pensionen unterzubringen.

Die Essensversorgung der Obdachlosen ist ebenso prekär, da manche Suppenküchen wegen der Krise geschlossen haben. Belegte, abgepackte Brote am Zaun sollen ein Ausgleich sein. Das ist extrem entwürdigend und menschenverachtend.

Und Hilfe sollen am besten Ehrenamtliche leisten, darauf verlässt sich das Bezirksamt. Dies ist verantwortungslos. Die Obdachlosen, die ohnehin aus der Gesellschaft ausgegrenzt und auch gesundheitlich besonders gefährdet sind, sind bei den Corona-Maßnahmen wieder nicht mitbedacht.

Elisabeth Wissel