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Elisabeth Wissel

Gesicht zeigen – Ostermarsch in Zeiten der Pandemie

Tausende Menschen haben sich über Ostern deutschlandweit virtuell an Kampagnen mit ihren Forderungen nach Abrüstung und Frieden aktiv beteiligt. In Berlin nahmen viele an der Aktion mit Slogans zum Frieden „Gesicht zeigen“ teil. Denn polizeiliche Auflagen machten es unmöglich, Veranstaltungen und Demonstrationen zum alljährlichen Ostermarsch durchzuführen.

Die Corona-Pandemie hat es geschafft, das gesellschaftliche Leben lahm zu legen. Das Virus Covid 19 beherrscht die Medien wie kein anderes Thema. Am Ostersamstag sollte die Demonstration mit dem Motto “Stopp Defender 2020 Europe“ in Berlin stattfinden. Viele Aktionen waren geplant, denn der Ostermarsch, der Marsch für Frieden, ist in seinem 60. Jahr wichtiger denn je. Kriegseinsätze, Rüstungsexporte und der immens gestiegene Rüstungswahnsinn werden angeprangert. Jedoch zu glauben, dass es von der herrschenden Politik ein Umdenken bzgl. Militärhaushalt gibt: Fehlanzeige. Milliarden sind nach wie vor fester Bestandteil im Militärhaushalt, der laut NATO mittelfristig auf 2% der gesamten Wirtschaftsleistung ansteigen soll. Milliarden für Kriegsspiele und Hochrüstung statt notwendige Milliarden-Ausgaben für Sozialsysteme.

In diesem Jahr stand in der Friedensbewegung besonders das geplante Großmanöver Defender 2020 im Mittelpunkt der Kritik. Ein Großmanöver mit über 37.000 NATO-Soldaten sollte in diesem Frühjahr mit den Vorbereitungen beginnen und über den 8. und 9. Mai an der Grenze zu Russland stattfinden. Diese Provokation hätte die Spannungen zwischen Russland und der NATO weiter erhöht; es wurde quasi in letzter Minute wegen der Pandemie abgesagt. Das Virus hat sie verscheucht, jedoch hat sich das Anliegen des Ostermarsches nicht erledigt, die Feindseligkeit und somit die Gefahr eines Krieges gegen Russland bleibt weiter bestehen.

Mitten in der Krise weicht Deutschland auch nicht von Kriegseinsätzen der Bundeswehr in Irak und Syrien ab. Selbst Forderungen der UNO nach Waffenruhe, Deeskalation und Verhandlungen in allen bewaffneten Konflikten verhallen. Dabei bestünde jetzt die Chance des Umdenkens hin zur Behebung der wirklichen Probleme: Armut, Arbeitslosigkeit, Klimaschäden, Chancenungleichheit u.v.m. Dies wäre ein wirklich zentraler Beitrag zur weltweiten Pandemiebekämpfung.
Elisabeth Wissel