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Marianne Lampel

Kulturelles...

Zu Beginn ein kurzer Rückblick auf die diesjährige 70. Berlinale unter dem neuen künstlerischen Leitungsteam Marietta Rissenbeek als Geschäftsführerin und Carlo Chatrian als künstlerischem Leiter. Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt. Ein Highlight für jeden Cineasten. Ausgerechnet zu diesem 70. Jubiläum wurde bekannt, dass der erste Festivalleiter Alfred Bauer, ein hochrangiger Funktionär in der Filmbürokratie des Nationalsozialismus war. Aus diesem Grund wurde der bisher vergebene Alfred-Bauer-Preis ausgesetzt. Insgesamt gaben die meisten gezeigten Filme thematisch ein politisches und soziales Spiegelbild der heutigen Zeit wider. Folglich fehlte eine Leichtigkeit des Seins.

Den goldenen Bär nahm in Abwesenheit des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof seine Tochter entgegen für den Film „ There is No Evil“. In diesem Film geht es um die Todesstrafe. Er stellt die Frage wie sich individuelle Freiheit angesichts eines despotischen Systems behaupten kann. Mit diesem Film gewann zum dritten Mal in zehn Jahren ein iranischer Film den Hauptpreis. Viele Filme werden jetzt ins Kino kommen und wer nicht zur Berlinale gehen konnte, kann vieles nachholen. Und es bleibt die Vorfreude auf die nächste Berlinale.

Filmtipp: Die perfekte Kandidatin
Der Film spielt in Saudi-Arabien. Die Hauptdarstellerin Maryam arbeitet als Ärztin in einem Krankenhaus.
Sie wird jedoch von ihren männlichen Kollegen und männlichen Patienten nicht akzeptiert. Deshalb fasst sie den Entschluss nach Dubai zu gehen. Um das Land zu verlassen benötigt sie die Erlaubnis einen männlichen Vormunds. Sie bittet einen im Rathaus arbeitenden Cousin um Verlängerung ihres Dokuments. Durch ein Missverständnis füllt Maryam eine Bewerbung als Gemeinderätin aus und befindet sich ab sofort im Wahlkampf. Der Film zeigt einerseits wie sehr Frauen unterdrückt werden in einem traditionsbehafteten System und andererseits welche Kräfte und Möglichkeiten sie dennoch entwickeln können. Ein Film nicht nur für Frauen!
Regisseurin: Haifaa Al-Mansour
Ab sofort in mehreren Kinos.
Ausstellungstipp:
Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert Hannah Arendt prägte zwei Begriffe „totale Herrschaft und „Banalität des Bösen“. Beispielhaft zeigt H. Arendt die Geschichte des 20. Jahrhunderts, die geprägt wurde durch Totalitarismus, die Lage der Flüchtlinge, die Ära Adenauer, Rassentrennung in den USA, Feminismus u. ä. Sie äußert ihr Urteil zu all diesen Themen und gibt uns Gelegenheit unsere eigene Meinung zu bilden.
Ort: Deutsches Historisches Museum, Berlin Von: 27. März bis 18. Oktober 2020
Marianne Lampel